Autogenes Training
Montag, Mai 25th, 2009Das autogene Training ist eine weit verbreitete und anerkannte Technik zur Entspannung, die – hat man sie einmal erlernt - dazu geeignet ist, Stress-Symptome und sogar psychosomatische Störungen (vgl. Psychosomatose) erfolgreich zu behandeln. So wird autogenes Training beispielsweise bei Schlafstörungen und anhaltender Nervosität ebenso eingesetzt, wie bei Kopfschmerzen oder Verdauungsstörungen, bei denen keine organische Ursache vorliegt.
Entwickelt wurde das autogene Training in den 1920er Jahren vom Psychiater Johannes Heinrich Schultz. Heute werden Kurse, in denen autogenes Training gelehrt wird, flächendeckend angeboten.
Lernen kann das autogene Training im Prinzip Jeder. Auch Kinder können durch die Übungen lernen, sich wirkungsvoll zu entspannen. Gelehrt wird autogenes Training meistens in Gruppen, aber auch in Einzelkursen. Es sind auch verschiedene Medien wie Bücher oder CDs auf dem Markt, die einem das selbständige Erlernen ermöglichen sollen. Manche Fachleute raten allerdings von einem Selbststudium ab, da hier nicht sichergestellt werden kann, dass es nicht zu Fehlern kommt.
Das autogene Training gliedert sich in sieben Übungen, die durch genügend Training mit der Zeit zu einer totalen Entspannung bei vollem Bewusstsein führen sollen. Die anfängliche Ruhe-Übung dient dem Erreichen eines konzentrationsfördernden Ruhezustands, der die Folgeübungen erleichtern soll. Die anschließende Schwere-Übung führt zu einem Schweregefühl in den Gliedmaßen, dass sich später auf den ganzen Körper ausdehnen soll. Die Wärme-Übung sorgt für eine gesteigerte Durchblutung, die ein angenehmes Wärmegefühl auslöst. Durch die Atem-Übung soll ein tiefes und ruhiges Atmen erreicht werden, dass die Entspannung vertieft. Die Herz-Übung soll für einen ruhigen und regelmäßigen Herzschlag sorgen und so noch weiter entspannen. Die Sonnengeflechts-Übung erwirkt eine tiefere Entspannung durch Konzentration auf den Solarplexus und ein sich von der Körpermitte her ausbreitendes Wärmegefühl. Die Kopf-Übung soll den Kopf klar und bei Bewusstsein halten, während der Körper in Entspannung versinkt.
Um eine intensive Wirkung zu erreichen, sollte regelmäßig trainiert werden, wobei ein Zeitaufwand von einer Viertelstunde täglich ausreichend ist. Hat man die Übungen verinnerlicht, lässt sich der Entspannungszustand bald auch ohne sie schnell erreichen.